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Bürgermeister Winterwerber

Bürgermeister Winterwerber

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Rede
des Bürgermeisters der Stadt Düsseldorf Herrn Heinz Winterwerber

auf der Benefizgala anlässlich der Grundsteinlegung für das
Rohr Chabad Lubavitch Familien- und Bildungszentrum

am 20.05.2007 in Düsseldorf

Sehr geehrter Herr Rabbiner Schochet,
sehr geehrter Herr Rabbiner Diskin (Vorsitzender von Chabad Lubavitch Deutschland, München),
sehr geehrter Herr Rabbiner Soussan, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
sehr geehrter Herr Strauss, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
sehr geehrter Herr Cohn, Vorsitzender der Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Nordrhein,
sehr geehrter Herr Dr. Horowitz, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
sehr geehrter Herr Leibowitz, aus Los Angeles, California,
Herr Rabbiner Barkahn, (Vorsitzender von Chabad Lubavitch Düsseldorf)
meine Damen und Herren,

wenn einige so wichtige Rabbiner gleichzeitig nach Düsseldorf kommen, dann ist das ein besonders guter Tag für unsere Stadt.

Ich heiße Sie auch im Namen des Oberbürgermeisters von Düsseldorf, Joachim Erwin, der heute leider verhindert ist, sehr herzlich in Düsseldorf willkommen.

Sie legten heute den Grundstein für das neue Jüdische Rohr Chabad Lubavitch Familien- und Bildungszentrum in Düsseldorf (Bankstraße 71 in Düsseldorf-Derendorf).

Es ist das Zweite dieser Art in Deutschland. Das macht uns besonders froh und auch ein wenig stolz. Denn es ist ein Glücksfall, dass in der Stadt, in der Juden verfolgt, deportiert und ermordet wurden und in der eine blühende deutsch-jüdische Kultur ausgelöscht wurde, heute wieder ein– dass diese Stadt wieder zu einem Zentrum jüdischen Lebens geworden ist.

Das Chabad Lubavitch Zentrum in Düsseldorf, als Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen, strahlt seine positive jüdische Energie auf das ganze nordrhein-westfälische Umfeld aus Düsseldorf, wie zum Beispiel in Neuss und Ratingen aus. Die jüdischen Einrichtungen dieser Stadt müssen sich nicht verschämt auf irgendwelche Hinterhöfe zurückziehen, sondern präsentieren sich stolz und selbstbewusst im Stadtbild. Wenn vom besonderen Flair Düsseldorfs die Rede ist, dann meinen wir damit auch das jüdische Leben in unserer Stadt.

Wir wissen aber auch, dass jüdisches Leben in Düsseldorf auf unseren besonderen Schutz und unsere besondere Solidarität angewiesen ist.

Wir haben aus der Geschichte gelernt, dass man für Freiheit und Toleranz kämpfen muss. Wir dürfen nicht nachlassen im Kampf gegen Antisemitismus. Wir müssen couragiert einschreiten, wenn Juden diskriminiert und bedroht werden. Das ist gerade in dieser Zeit besonders wichtig, da sich der Antisemitismus heute mitunter hinter einer kritischen, aufgeklärt erscheinenden Maske tarnt. Wenn man einseitige Kritik an der Politik Israels hinterfragt, dann zeigt sich oft das altbekannte Gesicht des Antisemitismus.

Wir müssen deshalb besonders wachsam sein. Naive Toleranz gegenüber intolerablen Haltungen darf es nicht geben. Wir dürfen Antisemitismus auch dann nicht dulden, wenn er aus dem Mund moslemischer Einwanderer stammt, die auf unsere Unterstützung bei der Integration in die deutsche Gesellschaft angewiesen sind. Integration ist wichtig und notwendig für die Zukunft unserer Stadt. Aber sie muss an Regeln gebunden sein. Da kann und darf es keine falschen Kompromisse geben.

Nur, wenn wir als liberale, weltoffene Stadt Flagge zeigen, können wir den enormen kulturellen Schatz unserer Stadt dauerhaft bewahren. Und das betrifft auch den enormen Reichtum jüdischer Kultur in Düsseldorf. Und diesen Reichtum mehren Sie, meine Damen und Herren, durch den Bau des Rohr Chabad Lubavitch Familien- und Bildungszentrums. Sie schaffen einen Ort der religiösen Ausbildung und Einkehr, aber auch der Begegnung jüdischer und nichtjüdischer Düsseldorfer.

Beides ist wichtig: die Vermittlung jüdischer Identität und der offene Austausch mit Andersdenkenden oder Anders-Glaubenden. Das ist der Grundpfeiler einer religiösen und kulturellen Identität, die sich der Offenheit und der Toleranz verschrieben hat.

Ich wünsche uns, dass das Jüdische Familien- und Bildungszentrum zügig und unfallfrei gebaut wird. Und Ihnen, verehrte Gäste, einen angenehmen und erfolgreichen Abend.

Schalom

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